Le discours du législateur en situation multilingue

Traduire ou corédiger les lois?

  • Autor/Autorin: Jean-Claude Gémar
  • Beitragsarten: Wissenschaftliche Beiträge
  • DOI: 10.38023/5a4d8265-41be-42b1-b6f2-bf02b2ed93c9
  • Zitiervorschlag: Jean-Claude Gémar, Le discours du législateur en situation multilingue, in: LeGes 12 (2001) 3
In einem mehrsprachigen Kontext steht der Gesetzgeber vor der Aufgabe, die Gesetzestexte in mehrere Sprachen – und im Falle Kanadas sogar von einem Rechtssystem ins andere – zu übertragen. Dabei bieten sich zwei verschiedene Vorgehensweisen an: die Übersetzung und – in jüngerer Zeit – die Koredaktion. Traditionell werden in Ländern, in denen mehrere Sprachen und mehrere Rechtssysteme nebeneinander vorkommen, die Gesetzestexte übersetzt. Ob wörtlich oder sinngemäss, die Übersetzung strebt immer eine Gleichwertigkeit der Texte an. Es stellt sich aber die Frage, ob diese Gleichwertigkeit sowohl in den betroffenen Sprachen als auch in den verschiedenen Rechtssystemen überhaupt erreicht werden kann. Da der juristische Inhalt die Übersetzung kompliziert, wenn nicht sogar verunmöglicht, wird seit einiger Zeit – in Kanada seit Ende der Siebzigerjahre - ein anderes Verfahren, die so genannte Koredaktion, angewendet. Die Gesetzestexte werden dabei in den verschiedenen Sprachen gleichzeitig verfasst, so dass den Eigenheiten der betroffenen Sprachen und Rechtssysteme Rechnung getragen werden kann.
Seite: /
Loading page ...